Wenn man mal in Tschechien unterwegs ist und nicht immer nur Städtetouren machen möchte, dann ist die „Hrad Krivoklat“ eine echte Alternative. Diese Burg liegt in der Nähe der Nationalstraße 50 zwischen Prag und Pilsen und ist von beiden Orten aus sehr bequem als Tagesausflug zu machen. Ein echter Vorteil an dieser Burg ist, dass sie im Gegensatz zu ihrer Nachbarin Burg Karlstejn nicht so überlaufen ist. So werden beispielsweise kaum Touren nach Krivoklat von den großen Prager Reiseveranstaltern und Hotels aus angeboten. Dieser „Dornröschenschlaf“ hat aber natürlich auch einige Nachteile: Zum Einen ist die Ausschilderung zur Burg recht spärlich und zum Anderen finden ca. 75% der Führungen ausschliesslich in tschechischer Sprache statt. Aber da sich die meisten Gemäuer von selbst erklären und man für 30 Kronen (ca. 1,25€) vier deutschsprachige DIN A4 Seiten mit interessant übersetzten Erklärungen kaufen kann, lohnt es sich allemal, die 110 Kronen für die Schlossführung auszugeben.

Wenn man das Ticket-Office erst einmal passiert hat gelangt man in den Innenhof, der mit Souvenirshop, Restaurant, Toiletten und Eisverkäufer alles aufweist, was man so erwartet hat.  Wer die „kleine“ Führung gebucht hat erfährt jetzt erstmal was zur Geschichte dieser Burg, die erstmals im 12. Jahrhundert erbaut wurde, 1422 fast komplett abbrannte, im 16. Jahrhundert wiederaufgebaut wurde, 1642 wieder durch nen Brand vernichtet wurde etc.. Erst 1733 ging die Burg in den Besitz der Familie Fürstenberg über, die sie von 1836 an mal wieder toll renovierten und dann im letzten Jahrhundert für stolze 120 Mio. Kronen an den tschechischen Staat verkauften – von wegen Sozialisten!!

Sehenswert sind rund um den zweiten Innenhof ein 42m hoher Turm, der Silberraum mit drei Modellen der Burg im 13. und 15 Jahrhundert sowie im Jahr 1642 vor dem großen Brand, eine Gefängniszelle mit allerhand lustigen Folterwerkzeugen, die Burgkapelle mit einem recht hübschen Altar, der große Rittersaal, die Bibliothek und das Museum der Fürstenbergs.

Noch ein kleiner Tipp für Autofahrer. Wer es nicht eilig hat, der sollte auf dem Rückweg nach Prag oder Pilsen einfach mal in seinem Navi „kürzeste Route“ eingeben und sich durch viele wunderschöne kleine Dörfer führen lassen.

 

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