Vor kurzem hatte ich mal wieder einen Hotelaufenthalt im wunderschönen SAS Radisson Hotel in Malmö ersteigert und mich deshalb am Osterwochenende mit einer Freundin auf den Weg in diese wirklich sehr interessante Stadt gemacht. Geplant war ja eigentlich einen längeren Osterurlaub zu machen un mit mehreren Fähren nach Sardinien zu reisen, doch wir haben uns dann umentschieden. Wie auch immer…also, wie immer haben wir vor der Abreise darüber gegrübelt ob wir via Vogelfluglinie mit der Fähre oder auf dem Landweg über Dänemark fahren sollten – und wie immer haben wir uns wieder für die letzte Variante entschieden. Zum Einen ist man – von Kiel aus startend – innerhalb von vier Stunden bereits im Hotel und zum Anderen hat man immer wieder die tolle Fahrt über die beiden beeindruckenden Brücken. Zuerst fährt man in Dänemark über die Storebeltbrücke, die die Inseln Fünen und Seeland miteinander verbindet. Genau genommen verbindet die Westbrücke die Insel Fünen mit der sehr kleinen Insel Sprogo und die Ostbrücke (die eigentliche Storebeltbrücke) dann die Insel Sprogo mit der Insel Seeland. Diese Hängebrücke ist mit einer Länge von fast 2700 Metern die mit Abstand längste Hängebrücke Europas und wird auch weltweit nur von zwei Exemplaren in Asien übertroffen. Zum Ende der Reise überquert man dann noch zwischen Kopenhagen und Malmö die 2000 fertiggestellte Öresundbrücke, eine kombinierte Straßen- und Eisenbahnbrücke. Wenn man die Ausfahrt der Autobahn genommen hat durchfährt man noch gefühlte 200 Kreisverkehre (in Wahrheit sind es nur 14) bis man in der Innenstadt von Malmö ankommt.

Den kompletten Rest des Karfreitages verbrachten wir in Malmö und waren sehr angenehm überrascht  vom wirklich tollen warmen Wetter und von der Tatsache, dass an diesem Feiertag doch weit über die Hälfte der Geschäfte in der Innenstadt geöffnet hatten. Eine Gelegenheit, die meine Reisebegleiterin gleich zu einer nicht unerheblichen Shoppingtour nutzte. Am Abend, den wir äußerst entspannt angingen, genossen wir zuerst die hoteleigene Sauna und anschliessend nach einer kleinen Regenerationszeit das Freigetränk in der Hotelbar.

Den Samstag begannen wir dann gut ausgeschlafen mit einem sehr reichhaltigen und guten Frühstück, für das wir uns auch knappe zwei Stunden Zeit liessen. Eine reiche Auswahl an Broten und Brötchen, verschiedene Kalt- und Warmspeisen (Fleisch, Fisch und vegetarisch) und -Getränke sowie ein reichhaltiges Obstangebot liessen wirklich keine Wünsche offen. Dermassen gestärkt beschlossen wir für den Rest des Tages einen Ausflug in das kleine nur 17 km entfernt liegende Universitätsstädtchen Lund zu machen.

Lund ist eine ganz klassische Studentenstadt, knapp 40% der Einwohner studieren hier und das sieht man dem ansonsten sehr altehrwürdigen Stadtbild auch an. Für eine Stadt mit nicht mal 80.000 Einwohnern gibt es hier wirklich sehr viele Cafes, Kneipen, Kinos, Museen, Theater etc. Aber Lund ist auch sehr reich an Geschichtlichem: 1085 wurde hier die erste Schule Skandinaviens eröffnet und 1105 der erste Dom Skandidnaviens gebaut. Über ein halbes Jahrtausend war Lund nun die heimliche – aber nie offizielle Hauptstadt – des Dänischen Königreiches. Erst nach dem zweiten Nordischen Krieg fiel Lund 1685 zusammen mit dem ganzen Land Schonen an Schweden und verlor damit erst einmal rasant an Bedeutung.  Heutzutage ist Lund aber – bedingt durch die hervoragende Uni und die gute Verkehrsanbindung an Malmö und Kopenhagen – die am schnellsten wachsende Stadt Schwedens. Das Stadtbild ist geprägt von vielen alten Gebäuden (Rathaus, Kathedralsschule, Dom und Königshaus) und von noch mehr jungen Menschen. Besonders bemerkenswert ist die Vielzahl norddeutscher Fachwerkhäuser und die Tatsache, das es im gesamten Innenstadtbereich nur Straßen mit Kopfsteinpflaster gibt. Wir haben diesen sonnigen Tag zum Shoppen und Flanieren genutzt und einfach die recht ungezwungene und lebendige Atmosphäre dieser kleinen aber feinen Stadt genossen.

Am Sonntag besuchten wir nach dem Frühstück zuerst einen katholischen Ostergottesdienst und anschliessend im Malmöhus eine Sonderausstellung „Nelson Mandela in Südafrika“, bevor es am frühen Nachmittag dann wieder gen Deutschland ging.

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