Die Reisevorbereitungen für eine Reise in den Libanon sind schnell aufgezählt:

a) Offizielle Einreisebestimmungen: Man braucht als Deutscher eigentlich nur einen gültigen Reisepass und ein Visum, das man aber nicht vorher beantragen muss sondern einfach bei der Einreise entweder am Flughafen oder an der Grenzstation erhält. Während wir im März noch knapp 30US$ für das Visum am syrisch-libanesischen Grenzübergang zahlen mußten war es im Dezember auf dem Flughafen von Beirut kostenlos, aber bitte nicht darauf verlassen, solche Sachen können sich in einem Land wie dem Libanon auch mal schnell über Nacht wieder ändern. So hatte uns beispielsweise die Website des Auswärtigen Amtes – bei der sich ganz ängstliche Menschen auch für die Zeit ihres Libanonaufenthaltes mit ihrer Hoteladresse registrieren lassen können, um in Krisenfällen schneller informiert und ggf. ausgeflogen zu werden  – zwei Tage vor der Abreise noch mitgeteilt, dass das Visum nach wie vor nicht kostenlos sei! Auf eine Besonderheit sei aber noch hingewiesen: Der Reisepass darf natürlich keinen israelischen Stempel enthalten!! Da sind die Libanesen ähnlich wie ihre ansonsten doch ganz anderen arabischen Brudervölker. Schliesslich gibt es auf libanesischen Karten auch keine Grenze zu Israel sondern nur eine zu den „besetzten palästinensichen Gebieten“. Aber keine Sorge: Bereits beim Check-In in Frankfurt wurde der Reisepass insgesamt dreimal auf israelische Stempel durchsucht.

b) Wahl der Reisezeit: Die meisten Menschen, nicht zuletzt viele libanesische Gastarbeiter, reisen im Hochsommer in den Libanon, aber diese Temperaturen muss man dann auch wirklich mögen. Jetzt im Winter können die Temperaturen an der Küste – und der Libanon besteht zu einem Großteil aus den Gebieten an seiner knapp 200km langen Küste – auf Werte unter 20 Grad sinken, aber ich persönlich empfinde diese Temperaturen für Januar oder Dezember auch noch als sehr angenehm. Allerdings muss man zugeben, dass das Regenrisiko im Winter deutlich größer ist und dass es in den Bergregionen auch Temperaturen um den Gefrierpunkt geben kann. Schliesslich brüstet sich der libanesische Tourismus seit Jahrzehnten damit, dass man im März vormittags Skilaufen und nachmittags Baden kann. Ich selber würde auch die nächste Reise in den Libanon wieder in den Zeitraum November bis April legen, da ich gerade für Besichtigungen von Ausgrabungsstätten oder Sightseeing in den Städten Temperaturen von unter 30 Grad sehr angenehm finde, aber das muss naürlich jeder für sich selbst entscheiden.

c) Wahl der Anreise: Da der Seeweg gen Libanon genauso wie die Grenzübergänge von Israel aus immer noch gesperrt sind bleibt nur die Auswahl zwischen der Anreise per Flugzeug oder der auf dem Landweg via Syrien. Für den Flug spricht natürlich der Zeitaspekt, andererseits sind die Flugtickets speziell zu Zeiten der europäischen Sommerferien manchmal geradezu exorbitant hoch. Im Juli oder August werden Tickets von Deutschland in den Libanon für Preise zwischen 500 und 800€ angeboten, also zu Preisen wie in die USA oder nach China! Im Winter kann man auch mal Glück haben und wie wir ein Angebot zwischen 222 und 333€ erwischen. Für den Landweg mit dem PKW sollte man immer gut zwei bis drei Tage einplanen, je nach Startpunkt in Deutschland. Allerdings sollte man auch bedenken, dass die Strassen in der Türkei, in Syrien und auch im Libanon nicht immer den deutschen Vorstellungen entsprechen und dass die Menschen in Südosteuropa bzw. im Nahen Osten auch eine andere Vorstellung von der Sinnhaftigkeit und Rechtsgültigkeit von Verkehrsregeln haben. Zudem steigt mit jedem Grenzposten die Gefahr eines längeren Aufenthaltes bzw. einer höheren Geldspende an den diensthabenden Zöllner. Auch andere oftmals unbedachte Probleme können hier entstehen: So durfte z.B. eine Freundin von mir zwölf Stunden auf einem Parkplatz an der Grenze zwischen der Türkei und Bulgarien auf das Ergebnis ihrer Blutprobe warten, da sie an der Grenze einmal gehustet hatte und nun auf Schweinegrippe getestet wurde. Natürlich besteht auch die Möglichkeit einer Kombination aus Flug- und Autoreise, so fliegen bsw. viele Touris an die türkische Mittelmeerküste oder nach Damaskus und nehmen von dort einen Mietwagen oder eine der vielen Busverbindungen.

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