Nachdem wir Olmütz erreicht hatten verbrachten wir den Rest des Tages im bzw. in unmittelbarer Nähe des Hotels. Zuerst schlenderten wir quer durch die riesige Baustelle zum Bahnhof, informierten uns über den öffentlichen Nahverkehr und kauften gleich für den nächsten Tag ne Karte für die Tram. Anschliessend statteten wir dem neben dem Hotel gelegenen Albert-Supermarkt noch einen Besuch ab und erstanden dort neben diversen Chips und Süssigkeiten auch etliche verschiedene tschechische Biersorten – allesamt natürlich nur Souvenirs für die vielen Familienangehörigen meiner Reisebegleitung..:)) Dermassen ausgerüstet beschlossen wir einen ruhigen Fernsehabend zu verbringen und verliessen das Zimmer eigentlich nur noch um zum Abendessen beim Chinesen, der sich auch im Hotelgebäude befand, einzukehren.

Gut ausgeruht und gestärkt machten wir uns am nächsten Tag dann gleich nach dem Frühstück per Tram auf den Weg in die Innenstadt. Was uns als erstes auffiel war die Tatsache, dass wir hier in Olmütz ganz im Gegensatz zu Budweis augenscheinlich die einzigen auswärtigen Touristen waren. Als nächstes bemerkten wir dann, dass es in Olmütz auf fast jedem größeren Platz mindestens einen Brunnen gibt – es war echt unglaublich! In der Touri-Info am Marktplatz erklärte ein freundlicher Mitarbeiter dann sehr zerknirscht, dass man uns leider keine Stadtführung anbieten könne, da es außer uns keine Interessenten gäbe… Und so machten wir unsere Sightseeingtour mit einer – eigentlich für Kinder gedachten – Bimmelbahn, die langsam und gemählich durch die schöne Olmützer Innenstadt fuhr. Außer uns befand sich nur noch eine tschechische Mutter mit ihrem Kleinkind an Bord und so kam es, dass uns alle möglichen Passanten am Wegesrand bestaunten und uns zuwinkten..Tschechien einmal abseits des Tourismus – auch ein herrliches Erlebnis. Was wir auf unserer Stadtrundfahrt sahen war neben dem Dom – auf dessen Vorplatz wir dreimal mit unserer Bimmelbahn kreisten – eine Unzahl von Brunnen (die meisten mit alten Götternamen versehen), die Reste einer Burg- und Festungsanlage und ein wunderschön gestalteter Hauptplatz mit einer riesigen Säule. Wie wir später nachgelesen haben handelt es sich um die größte Dreifaltigkeitssäule Mitteleuropas. Generell kann man sagen, dass der ärmere Osten Tschechiens (also die Gegend um Brünn und Olmütz) eine größere Bindung zur katholischen Kirche zu haben scheint als der „reiche“ Westen bzw. Südwesten, also die Randgebiete zu Deutschland und Österreich. Sehr auffällig ist zudem, dass es in dieser gegend kaum Deutschkenntnisse gibt – im Gegensatz zum Rest Tschechiens suchte man hier deutsche Speisekarten etc. vergeblich. Allerdings muß man der Fairness halber erwähnen, dass auch die englischen Fremdsprachenkenntnisse hier eher rudimentär zu finden waren…

Trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen – ist ein Kurztrip nach Olmütz sehr empfehlenswert!