Was hatte ich vor dieser Reise nicht alles für lustige Vorstellungen von Yarmouk. Zuerst hieß es, Yarmouk sei das palästinensiche Flüchtlingslager in Syrien, sodaß ich mir eher eine öde Wüste mit einigen windschiefen Zelten vorstellte. Nachdem Freunde von mir dann dort zur Hochzeit waren erfuhr ich immerhin, dass es sich bei diesem „Camp“ um einen ganz normalen Stadtteil von Damaskus handelt, in dem halt nur sehr viele Palästinenser leben. Laut den Erzählungen sollte man dort als Westeuropäer aber – allein schon aus Gründen der Hygiene und Sauberkeit – einen mittelprächtigen Kulturschock erleiden. Vor Ort gewann ich dann aber doch einen ganz anderen Eindruck. Von der Sauberkeit, der Lautstärke und dem Verhalten der Verkehrsteilnehmer erinnerte mich das Ganze mehr an Süditalien denn an Asien. Bei meinem ersten „Solo“-Spaziergang durch Yarmouk sah ich dann, dass es sich um einen sehr netten Stadtteil mit schönen Einkaufsstraßen (mit palästinensischen Souvenirshops), Marktplätzen, Moscheen, Asiashops, Restaurants, Busbahnhöfen, Banken, Krankenhäusern etc. handelt. Kurz und gut eben ein Stadtteil mit einer sehr gut ausgeprägten und funktionierenden Infrastruktur, der auch von vielen Nichtpalästinensern zum Einkaufen besucht wird. Alles in allem auf alle Fälle eine Gegend, in der man ohne Bedenken seinen zweiwöchigen Urlaub verbringen kann.

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