Tervuren

Letzten Samstag habe ich mir mit drei Freunden, die in Brüssel arbeiten, dieses Museum angeschaut und ich muß sagen – ich war echt begeistert. Es beginnt schon mit der wunderschönen Anfahrt vom Brüsseler Verkehrsknotenpunkt Montgomery mit der Tram durch die Nobelvororte – hier reiht sich eine edle Botschaft an die andere und natürlich fehlt auch die deutsche nicht in diesem Ensemble. Total schön ist auch das Museumsgebäude selbst – ein Schloss, das König Leopold ausschliesslich zu diesem Museumszweck 1909 erbauen ließ. 1910 war dann die feierliche Eröffnung und so kann man gespannt sein wie sich dieses Museum im nächsten Jahr zu seinem 100sten Geburtstag präsentieren wird. Die Außenanlage mit Park, Springbrunnen im künstlichen See und Elefantendarstellungen ist ebenfalls sehr hübsch. Merkwürdig wird es dann wenn man die Ausstellung selber betritt. Denn man lernt hier nicht etwa was Neues über Afrika sondern vielmehr mit welch herrlich kolonial verklärten Blick die Belgier „ihr“ Afrika – sprich das alte Kongo – damals gesehen haben. Lediglich in einem Raum ist sowas ähnliches wie moderne Museumspädagogik vorhanden. Hier kommen Zeitzeugen des letzten Jahrhunderts mit Videobotschaften zu Worte und in diesem Raum gibt es auch die einzigen halbwegs kritischen Stimmen zur belgischen Kolonialpolitik zu hören. Ansonsten fühlt man sich eher an die ehemaligen „Ausstellungen“ von exotischen Völkern in Hagenbecks Tierpark in Hamburg erinnert!
Alles in allem ein Museum, das allein deshalb schon den Besuch lohnt!
Mein Beitrag zu Musee Royal de l`Afrique Centrale – Ich bin MHoge – auf Qype

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