Die Anreise von St. Petersburg mit dem Bus nach Tallinn dauerte knapp sechs Stunden, eine davon verbrachten wir in den beiden Grenzstädtchen Iwangorod (russisch) und Narwa (estnisch) um die EU-Außengrenze zu „durchbrechen“. Nachdem erst die russischen Zöllner die Papiere wortlos einsammelten und uns dann nach einer Zeit wieder zurückgaben, mußten wir an der estnischen Station unser Gepäck ausladen und damit in den „Immigration“-Bereich gehen. Nach der erneuten Passkontrolle durften wir die Koffer dann wieder im Bus verstauen und warteten drinnen auf das OK der Zollbeamten. Schliesslich kamen wir aber doch noch in Tallinn an, kauften uns einen Stadtplan und nahmen ein Taxi zu unserem Hotel „Uniquestay Mihkli“ am Rand der Altstadt. Nach dem Bezug des Zimmers, einer angemessenen Ruhepause und einem Essen im Hotelrestaurant gingen wir am Abend in die Stadt und schauten uns den Weihnachtsmarkt auf dem Rathausplatz an.

Der Samstag stand dann ganz im Zeichen von Sightseeing und Shopping. Auf dem Weg vom Hotel zum Dom machten wir am Fuße des Dombergs eine kurze Pause im sehenswerten Okkupationsmuseum bevor wir den Berg innerhalb von knapp fünf Minuten zu Fuß bestiegen. Man muß allerdings zugeben, dass man vom Domberg aus wirklich eine wunderschöne Sicht auf die Altstadt mit der Stadtmauer und ihren vielen Wehrtürmen hat. Auf dem Domberg befindet sich neben der eher unscheinbaren Domkirche (wen wunderts), dem Parlamentsgebäude in Weiß und Rosa am Schlossplatz und ca. 100 Souvenirshops auch noch die sehr schöne russisch-orthodoxe Alexander-Nevski-Kathedrale. Über die „Pikk jalg“ gelangt man dann vom Domberg hinab in die Altstadt. Hier besichtigten wir die Kunsthandwerker in der Katariina Passage, das Stadmuseum und das Dominikanerkloster. Anschliessend kamen wir über eine Straße mit dem tollen Namen „Uus“ zu einem Turm an der Stadtmauer, der auf den wunderschönen Namen „Dicke Margarethe“ hört. Von hier kann man auch das Denkmal für die Opfer der Estonia sehen, das sich direkt vor der Stadtmauer an einer Hauptstraße befindet. Von diesem Punkt der Stadtmauer aus gelangt man dann durch die „Pikk“, die Haupteinkaufsstraße der Altstadt mit vielen prächtigen Hotels und alten Gildehäusern, wieder auf den Rathausplatz.  Zwischen 09:00 und 16:00 Uhr hört man in der Altstadt und auf dem Domberg dank hunderter von Tagestouristen, die mit dem Schnellboot aus Helsinki rüberkommen, fast nur finnisch! Ein generelles Problem der Stadt sind aber vor allem die finnischen „Sauftouristen“, die oft für ein komplettes Wochenende nach Tallinn fahren und sich dort leider meist genauso schlecht benehmen wie viele schwedischen und norwegischen Touris bei uns in Kiel! Diesen anstrengenden Tag beendeten wir standesgemäß mit einem Besuch im „Hesburger“ – dem finnischen Pendant zu McDonalds!

Am Sonntag hieß es dann leider schon gleich nach dem Frühstück Abschied nehmen von der kleinsten der baltischen Hauptstädte. Mit einem Taxi fuhren wir zum Flughafen und nahmen mittags den Flieger von AirBaltic nach Riga.

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