Unterwegs in St. Petersburg

Nach unserer Ankunft am späten Montag Nachmittag am Bahnhof „Finljandskij“ sind wir mit unseren Koffern erstmal eine Stunde durch die Stadt zu unserem Hotel marschiert und wurden dort von der Freundlichkeit des Personals förmlich überrascht. Nach dem superschnellen Check In und einer etwas längeren Ruhepause sind wir dann abends nochmal schnell die Prachtstrasse – den Nevskij prospekt – rauf- und runterspaziert und haben die teilweise recht grellbunte Weihnachtsbeleuchtung fotografiert.

Der Dienstag stand ganz und gar im Zeichen der grossen Kirchen und Plätze. Zuerst ging es den Nevskij herunter Richtung Newa. Am Ende der Straße steht man dann schon fast auf dem Schloßplatz mit der Alexandersäule vor dem Winterpalast, in dem sich die Eremitage befindet. Weiter links geht es dann zur Admiralität (heute Marinehochschule), deren spitzer Turm mit der darauf befindlichen Fregatte von weitem sichtbar ist. Weiter an der Newa entlang gelangt man auf den Senatsplatz mit dem Denkmal Peter des Großen. Auf der anderen Seite des Senatsplatz ist der Gebäudekomplex Senat & Synod. Als erste Kirche nahmen wir dann die Isaakskathedrale in Angriff. Von den Kolonnaden aus hat man einen wunderschönen Ausblick auf das Zentrum von St. Petersburg – ein absolut lohnenswerter Aufstieg! Danach ging es dann an der Mojki entlang zur Alexander-Herzen-Universität und dann über die Kasaner Kathedrale zurück auf den Nevskij und weiter zur Erlöserkirche – komplett „Erlöserkirche auf dem Blute“ – das ist die mit den bekannten Zwiebeltürmchen. Hier muss man sich hartnäckig gegen einige hundert Souvenirverkäufer zur Wehr setzen. Von der Erlöserkirche aus sind wir dann über das Marsfeld mit dem Ehrenmal mit der ewigen Flamme in den Sommergarten inkl. Sommerpalast gelangt. Hier ist man nun wieder an der Newa und kann gemütlich an deren Ufer zum Winterpalast zurückbummeln.

Am Mittwoch stand mit dem legendären Bernsteinzimmer in Zarskoje Selo ein absolutes Highlight auf dem Programm. Organisierte Fahrten werden für Touristen überall in der Stadt und von jedem besseren Hotel für Preise zwischen 60 und 80€ angeboten, aber wir wollten diesen Tagestrip lieber selbst organisieren. So sind wir also morgens mit der Metro zur Station Moskovskaja gefahren, haben dort den Platz mit einer riesigen Leninstatue überquert und sind dann mit einem Kleinbus der Linie 342 nach Zarskoje Selo gefahren. Alles sehr unkompliziert und angenehm – vor allem für uns, da wir auch noch das Glück hatten einen Busfahrer zu erwischen, der einigermassen Englisch sprach und uns wirklich direkt vor dem Eingang zum Museum absetzte. Der Katharinenpalast mit seiner Länge von über 300m und einem knapp 900m2 grossem Ballsaal und vielen tollen Gemälden wäre schon ohne das Bernsteinzimmer sehr sehenswert, aber dieses mythenumwobene Zimmer ist allein einen Besuch wert. Es ist schlichtweg unglaublich was man alles aus Bernstein machen kann und es verwundert nicht, dass die Rekonstruktion dieses Zimmers über 20 Jahre gedauert hat.

Am Donnerstag besichtigten wir die Haseninsel bzw. die sich darauf befindliche Peter-Paul-Festung. Noch bevor wir die Insel betraten haben wir erstmal von der Newa-Brücke aus einige prima Fotos von der Festungsanlage, der Wassiljewskij-Insel mit der Börse und der Hauptseite mit Admiralität, Winterpalast und Neuer Eremitage gemacht. Anfangs überlegten wir noch uns kurz den Panzerkreuzer Aurora anzuschauen, entschieden uns aber aus Zeitgründen dann doch dagegen. Kaum durch das Peterstor auf das eigentliche Festungsgelände gelangt wurden wir an der Kasse auch schon mit zahlreichen deutschsprachigen Informationen zur Stadtgeschichte versorgt  – u.a. mit Infos zu einem „Museum der heldenhaften Verteidiger der Stadt während des grossen Vaterländischen Krieges“! Das Zentrum der Festung bildet die Peter-Paul-Kathedrale mit der Grossfürstengruft, in der 1998 die sterblichen Überreste der letzten Zarenfamilie beigesetzt wurden. Besonders beeindruckend ist der extrem schmal werdende und über 100m hohe Glockenturm der Kathedrale. Wenn man die Festung durch das Newa-Tor gen Süden verlässt hat man sofort wieder einen tollen Blick auf die Stadt. Nachdem wir die Festung dann endgültig durch das Peterstor verlassen hatten, gingen wir links in den Alexanderpark und schauten uns das Maxim-Gorki-Denkmal und die größte Mosche in St. Petersburg an. Wir folgten dem Kronverkskaja prospekt einmal rund um den Alexanderpark, der neben dem Planetarium und dem Zoo auch noch zwei Theater beherbergt, und besichtigten auf ziemlich halber Strecke den ältesten Markt der Stadt – den Sytnyi Rynok. Über die Brücke über die Malaja Newa erreichten wir die Wassiljewskij-Insel und machten einige Fotos von den mittlerweile toll beleuchteten Brücken, den Leuchttürmen und der Börse.

Am Freitag hieß es dann „Auf Wiedersehen St. Petersburg“. Der Check out in diesem Hotel verlief genauso problemlos wie der Check in, aber nachdem wir mit unseren Koffern die Metrostation erreichten erwartete uns das erste kleine Problem – der Eingang zur Station war an diesem Vormittag geschlossen! Da uns aber Menschen aus dem Ausgang entgegenkamen nahmen wir an, dass die Metro fuhr und machten uns zu Fuß auf den Weg zur nächsten Metrostation. Dort dann das nächste Problem: Einer unserer Koffer war zu groß für den Durchgang und so mußten wir ein Extraticket lösen und gelangten durch einen Spezialeingang in den eigentlichen Metrobereich. Von nun an ging es problemlos weiter – wir fuhren mit nur einer Umsteigestation zur Station „Baltijskaja“ und nahmen dort den Bus von „Eurolines“ nach Tallinn.

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