Im Frühjahr diesen Jahres war ich zum ersten Mal seit über 10 Jahren wieder in Genf – und Genf ist wie fast alles in der Schweiz: KLEIN!!

Nicht unbedingt im Sinne von provinziell – was bösartige Menschen mir jetzt sicher unterstellen würden – sondern eher im Sinne von überschaubar. Diese Stadt, in der von 180.000 Einwohnern nur 95.000 die schweizerische Staatsangehörigkeit besitzen, liegt landschaftlich absolut idyllisch am (wen wundert`s) Genfer See. Und allein die Bahnfahrt von Basel nach Genf ist sozusagen schon die Reise wert. Erst durchs Berner Oberland und dann am malerischen See von Neuchatel vorbei, das ist schon eine traumhafte Strecke! Die Sehenswürdigkeiten (das „must do“ der Genfer Tourismuszentrale) kann man innerhalb eines Tages gut „abreißen“: Die Seefontäne ist recht beeindruckend, der botanische Garten mit dem begehbaren Palmenhaus sehr schön, die Reformationsmauer ganz nett und die klitzekleine Altstadt mit der Kathedrale auf dem Berg sehenswert – aber das alles kann man auch sonstwo bewundern. Aber wirklich schön ist es, einfach am Seeufer zu stehen und die tolle Aussicht zu geniessen.

Was mich sehr erstaunt hat ist die Tatsache, dass es mittlerweile auch in dieser Stadt, in der sonst ja eher die Gutbetuchten Urlaub machen, immer mehr „Einfranken-Geschäfte“ gibt und in einigen Straßenzügen Läden von KIK und GUCCI nebeneinander liegen – und zwar näher als man es aus Deutschland gewohnt ist. Besonders bei den Ausländern scheint die soziale Schere doch sehr weit auseinander zu gehen. Da gibt es auf der einen Seite die extrem Wohlverdienenden, die für eine der über 200 Regierungs- oder Nicht-regierungsorganisationen, die in Genf ihren Sitz haben, im gehobenen Management oder Verwaltungsrat arbeiten und in der „UN-City“ oder in ihren noblen Vororten leben. Und auf der anderen Seite sehr viele arabischstämmige Niedriglohnarbeiter bzw. Bettler, die inzwischen auch das Genfer Stadtbild prägen.

Ein Problem in Genf stellt die Zimmersuche dar – oder besser gesagt der Versuch ein Zimmer mit einem annehmbaren Preis-Leistungs-Verhältnis zu ergattern. Auf der homepage der Touristinfo gibt es etliche sogenannte Zweisternehotels – das einzige, das ich gesehen habe und hier nicht namentlich nennen werde, entsprach in etwa einer B&B Pension im Umkreis der Hamburger Reeperbahn – aber auch die beginnen mit „Wochenendspartarifen“ von 134 Franken pro Person! Gute Hotels starten mit über 200 Franken pro Person. Aber mit ein wenig Glück lässt sich auch hier ein Schnäppchen machen bzw. ein Sondertarif ersteigern. Ich bin einmal im Ramada Encore Prailie sehr günstig abgestiegen. Der Grund für den günstigen Wochenendpreis habe ich dann bei der Ankunft gemerkt. Die Zimmer sind wirklich okay, Frühstück und Service überhaupt nicht zu bemängeln, aber bei Wochenendaufenthalten ist man ohne eigenes Fahrzeug bzw. Taxi relativ aufgeschmissen, da die Busse ins Stadtzentrum z.B. sonntags nur alle neunzig Minuten fahren..:)

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