Ich war im Mai diesen Jahres zum vierten Mal in den letzten zwei Jahren in Malmö – eine Stadt, die mit knapp 250.000 Einwohnern kleiner ist als Kiel oder Lübeck, trotzdem aber die drittgrößte Stadt Schwedens ist! An Sehenswürdigkeiten gibt es außer einigen sehr schönen Fachwerkhäusern um die beiden alten Marktplätze im Stadtzentrum nicht so viel zu sehen: Das Malmöhus (letzter noch erhaltener Teil einer alten Festung aus dem 14 JH.) ist eingebettet in einen schönen Park mit Windmühle und Technikmuseum und beherbergt selbst ein etwas skuril anmutendes Museum, in dem es zeitgleich Ausstellungen zur modernen Kunst und zur Stadtgeschichte Malmös sowie eine botanische Fachausstellung mit Aquarium und Terrarium gibt. Sehr sehenswert für Nichtschweden ist auch ein ausgestopftes Ren, das einen allein von der Größe her überrascht..:))

Das wahrlich faszinierende an dieser Stadt ist einfach die überaus gelassene und ruhige Atmosphäre, die sie vermittelt. Malmö ist eine extrem grüne Stadt mit sehr vielen Parks und kleinen Flüssen (eher Bächen), die das Zentrum durchziehen. Zudem verfügt Malmö über einen wunderbaren und sauberen Stadtstrand, den man vom Zentrum aus sehr bequem zu Fuß erreichen kann – ein enormer Pluspunkt!!

Und im Gegensatz zu Hamburg ist die neue Hafencity von Malmö schon fast fertig! Auf dem Gelände des ehemaligen Industrieviertels im Westhafen gab es 2001 eine ökologische Bauausstellung. Nach der Ausstellung begann der Neubau des heruntergekommenen Stadtviertels – orientiert an äußerst strengen schwedischen Nachhaltigkeitskriterien. 2005 wurde dort mit dem „Turning Torso“ das höchste Gebäude Skandinavins eingeweiht. Zudem verfügt Malmö mittlerweile über die größte Schwimmhalle und das größte Riesenrad Skandinaviens.

Ausschlaggebend für die momentan mal wieder rasante Entwicklung der Stadt erscheint vielen die 2000 fertiggestellte Öresundbrücke, die Malmö direkt mit Kopenhagen und dem dortigen Flughafen verbindet. Einst ebenso umstritten wie derzeit die Beltbrücke zwischen Fehmarn und Dänemark hat die Brücke stark dazu beigetragen, dass die Öresundregion heute zu den aufstrebendsten Regionen der EU zählt.

Was die meisten Deutschen sehr erstaunt ist auch das relativ problemlose Zusammenleben der unterschiedlichsten Kulturen in Malmö. Zum einen leben in der Stadt nur 60 Prozent Schweden, fast die Hälfte der Einwohner hat also einen sogenannten Migrationshintergrund und zum anderen funktioniert auch das Zusammenleben von alt und jung sehr gut. In den vielen Park sieht man ständig junge Familien – wie überall in Skandinavien auch sehr viele alleinerziehende Mütter und Väter – mit Kinderwagen, die sich die Bänke und Rasenflächen immer wieder friedlich mit Rentnern teilen.

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